Sonntag 16.01.11 99,1kg

Dioxin im Essen macht mir Angst – mein Fleisch will mir nicht mehr recht schmecken. Argwöhnisch beäuge ich meine Scheibe Leberkäse. Aber die Konsistenz ist, wie in den meisten Wurstwaren, sehr herstellerfreundlich. Ganz fein gemahlenes und gecuttertes Fleisch. Ich will garnicht so genau wissen, was drin ist, aber Dioxin sollte nicht dazu gehören. Leberzersetzung oder Krebs – eine traurige Wahl :-(
Eigentlich esse ich gerne Landjäger – ein hervorragendes Low-Carb-Futter, besonders geeignet zum Mitnehmen. Nicht immer ganz einfach bei einer kohlenhydratarmen Ernährung. Leider kann ich diese leckern Würstchen kaum mehr essen. Immer und immer wieder habe ich auf kleine harte Stückchen gebissen – offensichtlich kleine Knochenreste, die in die Wurstmasse eingearbeitet werden. Die mir aber einfach den Appetit verdorben haben.
Ein weiteres Problem: Tieraugen. Immer wieder gibt es Berichte über Schlachtvieh, das zum „Schaffot“ geführt wird. Über Lebewesen in Fleischfabriken. Lebewesen, die eine Vergangenheit hatten und eine Zukunft haben könnten. Mitgeschöpfe, die Angst haben, Hunger, Stress, Freude, Wohlbefinden, Unwohlsein, die sich um ihre Kinder kümmern, wenn man sie denn liesse… Und immer wieder diese freundlichen und gutmütigen, neugierigen und geduldig blickenden Augen.
Ja, aber Fische fühlen keine Schmerzen, denn sie haben kein zentrales Nervensystem. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein Karpfen getötet werden sollte. Der Angler schlug diesem Fisch mehrfach auf den Kopf. Der Karpfen war stark, der Angler nicht besonders geübt.
Auf meine Nachfrage, warum das Tier auch nach einer halben Stunde auf dem Trockenen immer noch heftig zappeln würde, bekam ich zur Antwort: das sind nur noch die Nerven. Wie jetzt? Fische haben doch kein zentrales Nervensystem?
Ich habe diesen Karpfen (und ich habe mit Fischen wirklich nichts am Hut, sorry, liebe Aquarianer) in unseren Gartenteich gesetzt. Er hatte einen fürchtlichen Bluterguss an seiner Schädeldecke und es tut mir leid, dass ich dem Fischer geglaubt hatte und ihn so lange auf dem Trockenen liegen lies.
Der Fisch hatte sich nach einigen Wochen erholt – bevor ich ihn in einem grossen See ausgesetzt habe.
Low Carb muss kein Schlachtfest sein. Fleisch ist nicht unbedingt erforderlich. Aber dennoch bin ich dabei, meinen Konsum von tierischen Lebensmitteln zu überdenken…

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2 thoughts on “Sonntag 16.01.11 99,1kg

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      Ich bin sicher, es würde schon etwas verändern wenn einige von uns Ihren oft üppigen Fleischkonsum etwas einschränken würden.
      Ich als absoluter Fan von Bio Artikeln, habe endlich mal wieder ein etwas positives Gefühl erlebt, als das mit den Dioxon Eiern rauskam. Obwohl man ja hört das eben Bio Eier nicht betroffen sein sollen, willmir das nicht so ganz einleuchten. Denn ich kann nicht glauben, das es unter dem Typ Mensch ‚Biobauer‘ keine profitgierigen gibt, die nicht des Geldes wegen Bio Produkte anbauen.

      „Immer und immer wieder habe ich auf kleine harte Stückchen gebissen – offensichtlich kleine Knochenreste, die in die Wurstmasse eingearbeitet werden. Die mir aber einfach den Appetit verdorben haben.“
      Genau das ist mir auch oft passiert, bei Leberkäse z.b. und ebenfalls aus diesem Grund ist mir auch die Lust darauf vergangen.

      • Author gravatar

        Ja, ich würd‘ auch gerne Bio. War letztens mal in einem Bio-Supermarkt und bin aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Was es da alles gibt… Hammer! Aber Bio finde ich einfach zu teuer. Wenn ich es mir leisten könnte (oder vielleicht bald leisten kann ;-)), gibt es nur noch Bio.
        Wobei das nicht nur eine Frage des direkten Kaufpreises ist, sondern eben auch ziemlich aufwändig in einem stressigen Altagsleben.

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