Sonntag, 01.08.2010 Meine persönliche Revolution

In letzter Zeit war ich ziemlich sauer auf mich selber: bald fahre ich in Urlaub und wollte – wie vermutlich 30% der Deutschen – auf jeden Fall noch ein paar Kilo abnehmen.
Jetzt muss natürlich mit richtig Druck und Volldampf gearbeitet werden! Denn die Zeit rinnt…

Das Ergebnis und die Ergebnisse zuvor, wie schon den letzten gefühlten 100 Jahren: je rigider die “Diätvorschriften”, je höher der Druck, je mehr Zwang auf den Körper ausgeübt wird, um so mehr setzt er sich zur Wehr! Schlauer Körper, schlaue Biologie, schlaue Evolution…

Und wieder habe ich die schlanken Menschen um mich herum beobachtet – sie machen sich keinen Kopf um Kalorien, um den Inhalt Ihres Kühlschranks. In den letzten 2 Tagen konnte ich intensiv unsere südländischen Mitbürger beobachten: sie essen kein Eis, sondern Melone. Kühle, saftige Wassermelone mit richtig viel Flüssigkeit und Vitamin C. Sie frühstücken auch keine Marmeladenbrötchen (carbs, carbs, carbs!!!), sondern Brot, Käse, Tomaten. Viel Eiweiss und Vitamine.

Sie naschen auch keine Schokoriegel und Chips, sondern Pistazien und Kürbiskerne: viel Magnesium und hochwirksame Vitamin E-haltige Pflanzenöle mit Ballaststoffen. Und weil sie das immer essen “dürfen”, müssen sie auch keine ganze Packung davon weghauen – wann immer Hunger auftaucht, können sie einfach wieder etwas essen.

Ich habe in den letzten Tagen 3 Kilo zugenommen, denn ich wollte ja unbedingt abnehmen ;-) . Seit 2 Tagen habe ich auf Diätvorschriften verzichtet und mich nur an die wichtigsten Nährstoffe gehalten: Eiweiss, Vitamine, Magnesium.
Ohne rechnen, ohne zählen, ohne Druck… Mit einem bisschen schlechtem Gewissen im Hinterkopf… Ich sollte ja nicht, denn der Urlaub…

Heute morgen steige ich auf die Waage: 2 kg weniger. Wie jetzt????? Und da hat es – click - gemacht in meinem Kopf. Und jetzt steht meine Waage im Keller und wird in den nächsten Tagen auf dem Flohmarkt verkauft.

Wie sich das anfühlt? So seltsam, dass ich mich über mich wundern muss. Seit Jahrzehnten hängt mein tägliches Glück von diesem Digitalgerät in meinem Badezimmer ab. Ich konnte mich immer gerade noch so bremsen, das Teil nicht mit in den Urlaub zu nehmen.
Der leere Platz in meinem Bad wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Ich werde sie nicht mehr rausholen und auch nicht durch ein neues, technisch noch raffinierteres Exemplar ersetzen. Ich werde nie mehr wissen, wieviel ich aktuell wiege. Kein Präzisionsinstrument wird mir mehr verraten, ob ich “brav” oder “böse” war.

Ich werde mich auf meine Hosen verlassen müssen, was ich schon immer für Unsinn gehalten habe: welche Hose zeigt schon an, ob ich 2 kg mehr oder weniger wiege? Aber welche Rolle spielen schon 2 kg mehr oder weniger bei mindestens 20 kg Übergewicht?

Ich freue mich, denn ich werde abnehmen! Das weiss ich so sicher, wie das Amen in der Kirche. Ein neues Leben, ein neues Experiment, ein neues Denken – und wie ich glaube, nicht in die falsche Richtung.

Veröffentlicht in ERFAHRUNGSBERICHTE am August 1st, 2010. 3 Kommentare.

Die Anabole Diät: nicht nur für Bodybuilder

Über Bodybuilding kann man getrost geteilter Meinung sein: bei wenigen Sportarten sind die Lager so extrem gespalten – vor allem wenn es um Frauenbodybuilding geht.
Eines muss man den Jungs (und Mädels) allerdings lassen: sie können sich richtig quälen. Und zwar nicht nur an den Eisen, sondern auch im Ernährungsbereich. Denn: von Nichts kommt nichts…
Beeindruckende Muskulatur aufzubauen und den Körper grammgenau zu definieren, passiert nicht mal eben so. Und schon gar nicht “aus Versehen”, wie viele Frauen, die sich 1 x wöchentlich ins Fitness-Studio verirren, befürchten.

Viele Bodybuilder ernähren sich traditionell nach Low-Carb, vor allem in der Definitionsphase, um den Körper so weit wie möglich zu entwässern. Denn nur dann sieht er aus wie “in Stein gemeisselt”.

Die Anabole Diät, deren bekannteste Frontfigur Dr. Mauro di Pasquale ist, erleichtert nicht nur das strenge Diätregiment, dem sich Bodybuilder unterziehen, sondern soll auch das hormonelle System des Sportlers in Richtung Fettabbau und Muskelaufbau beeinflussen.

Dazu wird 5 Tage lang streng auf Kohlenhydrate verzichtet, um an 2 Tagen Kohlenhydrate zu laden, will heissen, 2 Tage in allen vorstellbaren kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln zu schwelgen. Alle “Sünden” sind an diesen zwei Ladetagen erlaubt: Pasta, Pizza, Burger, Süssigkeiten, Sandwiches und Kollegen.
Allerdings muss nach 2 Tagen (spätestens – manche Sportfreaks dürfen sich nur 1 Tag gönnen, aber das muss jeder persönlich für sich herausfinden) wirklich Schluss sein und wieder zu einer kohlenhydratarmen, ketogenen Ernährung übergegangen werden. Denn sonst ist diese Methode der direkte Weg zur Gewichtszunahme durch Fetteinlagerung.

Welchen Sinn macht dieser Wechsel? Zuerst einmal ist es ein Bonus für die Psyche, dass die harten Diättage doch einmal zu enden scheinen und zwar, am sinnvollsten und angenehmsten, am Wochenende.
Denn wer sich wochen- und monatelang disziplinieren muss, gerät in Gefahr, alle guten Vorsätze über den Haufen zu werfen und sich in Heisshungeranfällen (natürlich auf die verpönten Dinge) zu ergehen… Wer allerdings nur ein paar Tage warten muss, um sich am Wochenende im Schlaraffenland wiederzufinden, ist mental im Vorteil ;-)

Aber dies ist nicht der eigentliche Grund zur Durchführung einer anabolen Diät. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass in der kohlenhydratfreien Zeit das Insulin gebremst und statt dessen Glukagon ausgeschüttet wird. Insulin begünstigt den Fetteinbau, Glukagon ist für den Fettabbau verantwortlich. Gleichzeitig wird auch mehr Testosteron produziert, dass nicht nur den männlichen Körper in Richtung Muskelaufbau beeinflusst.
An den kohlenhydratlastigen Tagen wird die Ausschüttung des Glukagon gestoppt. Insulin tritt nun wieder auf den Plan und lädt die Muskulatur mit Glykogen, Wasser und Nährstoffen auf.
Dies beeinflusst nicht nur das äussere Erscheinungsbild (pralle Muskeln), sondern soll auch zu Massezuwachs und Muskelaufbau, bei gleichzeitig minimiertem Muskelverlust während der Fettabbauphase, führen.

Veröffentlicht in ANDERE DIÄTEN am Juli 29th, 2010. 1 Kommentar.

Veganer, Vegetarier – geht das auch bei Low-Carb?

Viele Menschen sind überzeugt von den gesundheitlichen Vorteilen einer Low-Carb-Ernährung. Mit der Ausnahme, dass sie kein Fleisch essen oder mögen. Funktioniert low carb auch für Vegetarier oder Veganer und was essen die Anhänger der einzelnen Ernährungsformen eigentlich genau?

Veganer:
Veganer sind wohl die radikalsten Vertreter der grünen Küche, wenn sie überhaupt kochen. Denn manche Veganer sind auch noch Rohköstler und hier bleibt die Küche im Idealfall kalt.
Veganer ernähren sich grundsätzlich nur von Obst, Gemüse, Nüssen und anderen pflanzlichen Produkten. Der Hintergrund ist meist philosophischer Natur: sie sprechen sich gegen die Ausbeutung der Tiere durch den Menschen aus. Deshalb verzichten sie nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf tierische Produkte wie Eier, Milch und Honig. Strenge Veganer würde man auch niemals mit Lederschuhen antreffen – von Pelzmänteln ganz zu schweigen.
Die vegane Ernährung ist nicht einfach zu handeln, weil der Eiweissanteil pflanzlicher Nahrung gering ist und auch als nicht vollwertig angesehen wird. Auch von Missbildungen und Entwicklungsverzögerungen bei Kleinkindern wird in der Literatur berichtet. Hier ist als Hauptursache der Vitamin B12-Mangel in Verdacht. Um sich als Veganer gesund und ausgewogen zu ernähren, braucht es umfangreiches Ernährungswissen, um durch geschickte Lebensmittelkombinationen alle essentiellen Nährstoffe zu erhalten.
Vegetarier:
Vegetarier verzichten, ebenfalls oft aus ethischen Gründen, auf Fleisch und Fleischprodukte. Auch Nebenerzeugnisse der Schlachtung, wie z.B. Gelatine sind hier verpönt. Auch Vegetarier können sich mit dem Leid der Tiere, nur um die menschliche Ernährung zu sichern, nicht abfinden. Ovo-Lacto-Vegetarier, die Milch und Eier zu sich nehmen, können ihren Nährstoffbedarf sehr gut decken, wenn sie sich mit gesunder Ernährung beschäftigen. Sich vegetarisch zu ernähren, schützt allerdings nicht vor Übergewicht, wie man bei den sogenannten “Pudding-Vegetariern” feststellen kann. Denn wer sich als Vegetarier überwiegend von Nudeln, Süssigkeiten und Backwaren ernährt, wird leider auch sehr schnell an Gewicht zunehmen.
Pesco-Vegetarier:
So bezeichnen sich Vegetarier, die zwar kein Fleisch, aber Fisch essen. Das Argument dahinter ist entweder eine Abneigung gegen Fleisch im Allgemeinen oder die Idee, dass Fische nicht zu den Warmblütern gehören. Es scheint jedoch wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt zu sein, ob Fische Schmerzen empfinden können, ein Stressempfinden wird ihnen allerdings zugebilligt.

Fazit:
Pesco-Vegetarier und Vegetarier, die Milchprodukte und Eier verzehren, können sich gut an eine Low-Carb-Ernährung halten, wenn sie auf eine ausreichende Eiweisszufuhr achten und die Kohlenhydrate niedrig halten (kein Zucker, wenig süsses Obst, wenig Stärke). Für Veganer ist es nicht oder kaum möglich nach Low Carb zu leben. Trotz Eiweisszufuhr über Seitan oder Tofu ist der Speisezettel zu stark eingeschränkt, als dass eine Low-Carb-Lebensweise Sinn machen würde.

Veröffentlicht in FAQ am Juli 26th, 2010. 1 Kommentar.

Ketosticks – Keton-Teststäbchen

Liegen im menschlichen Körper nicht mehr genügend Kohlenhydrate zur Deckung des Energiebedarfes auf Vorrat, schaltet er in den Fettverbrennungsmodus um: dies ist eine vereinfachte, aber anschauliche Erklärung für die Stoffwechselvorgänge bei einer Low-Carb-Ernährung.

Viele Low-Carb-Diäten – aber nicht alle – sind auf diesem Prinzip aufgebaut. Sie halten den Zustand der Ketose für die Initialzündung bei der Gewichtsabnahme. Aber auch die Stoffwechselvorgänge beim Fasten funktionieren – wenn auch nicht gezielt – nach diesem Muster.

Bei der Fettfreisetzung durch Verbrennung werden die Fettsäuren aber nicht vollständig verbrannt, sondern nur bis zur sogenannten Ketostufe. Die Ketonkörper sind dann z.B. im Urin nachweisbar.

Hier kommen die Ketosticks ins Spiel: mit frei verkäuflichen Teststäbchen (z.B. in der Apotheke) kann jeder selber überprüfen, ob sich schon Ketonkörper im Urin befinden. Die Teststäbchen verfärben sich lila.

Dieser Zustand wird von vielen Low-Carbern angestrebt, da er meist mit einer erhöhten Fettverbrennung und einem Appetitmangel einhergeht. Auch Heisshungeranfälle sind jetzt nicht mehr zu erwarten.

Es gibt mehrere Gründe, warum ein Test angezeigt sein kann. Zuerst einmal kann man nicht spüren, ob man sich in Ketose befindet. Der Körper arbeitet ganz normal weiter. Keton-Teststäbchen sind der Nachweis der Umstellung der Körperchemie.
Bei der klassischen Atkinsdiät sind die Ketosticks ein Instrument, dass genutzt wird, um den Übergang in die nächst höhere Diätphase (mit mehr Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung) zu markieren. Will heissen: nach einer Woche wird an Hand der Teststäbchen überprüft, ob sie immer noch die gleiche Verfärbung aufweisen. Ist dies der Fall, können in der kommenden Woche 5g Kohlenhydrate/täglich zugefügt werden. Bleibt die Verfärbung gleich oder ändert sie sich nur minimal, kann man beruhigt weiter essen.
Zeigen die Keton-Stäbchen auf einmal keine Verfärbung mehr, so hat man vermutlich die angestrebte Kohlenhydratzahl überschritten und kann gegensteuern…

Stagniert die Gewichtsabnahme, um die es ja meist in erster Linie geht, kann man mittels der Teststäbchen feststellen, ob man sich weiter in Ketose (=Fettverbrennungsmodus) befindet und es sich – dem zufolge – vielleicht nur um Wassereinlagerungen handelt.

Umgekehrt funktioniert es genauso: wenn man sich nach einer Low-Carb-Variante ernährt, die die Ketose vermeiden möchte, kann man dies mit Hilfe der Keto-Sticks ebenso schnell feststellen.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Testung mittels Urin-Teststäbchen keinen Anspruch auf eine wissenschaftlich exakte Messung begründen – dies würde nur durch eine ärztliche Untersuchung sichergestellt sein. Aber im Alltag sind sie durchaus brauchbar und ein mögliches Messinstrument des Erfolges.

Noch ein Spartip: man benötigt zum Testen kein ganzes Stäbchen. Man kann die Sticks auch mit der Schere in der Mitte halbieren und erhält aus einer Packung somit die doppelte Menge. Die Testfläche bleibt auch halbiert gross genug, um ein brauchbares Ergebnis ablesen zu können.

Veröffentlicht in TIPPS & TRICKS am Juli 22nd, 2010. 1 Kommentar.

Low Carb ist überall

Heute hatte ich ein Erlebnis, über dass ich wirklich schmunzeln musste.
Ich hatte einen Termin bei einer Kundin, die ich schon länger kenne. Sie ist Mitte 50, sehr hübsch, sehr nett und vor allem: sehr schlank. Ihren Ehemann habe ich 1x kurz aus dem Augenwinkel gesehen. Soweit ich mich erinnern kann, hat er kein Übergewicht.
Wenn sich zwei Frauen regelmässig treffen und einen guten Draht zueinander haben, kommt irgend wann das Thema Ernährung ins Spiel – nicht ungewöhnlich.
Heute Mittag hat sie nicht gekocht. Das ist mir sofort aufgefallen, denn alles was mit Ernährung zu tun hat, gerät in meinen Radar. Noch dazu bei einer Frau mit solch’ einer guten Figur. Man könnte ja vielleicht etwas lernen!

Also hab’ ich die Gelegenheit ergriffen, um sie nach ihrer Ernährung zu befragen. Sie weiss natürlich nichts von meinem Ernährungs-Spleen und meiner Low-Carb-Begeisterung und erzählt mir: “Tja, bei uns gibt es eigentlich kein Brot. Wenn ich mal Besuch bekomme, muss ich erst Brot einkaufen gehen. Schokolade? Nein, esse ich fast nie, weil ich die nicht mag. Aber Studentenfutter gibt es reichlich. Sie haben dass ja sicher schon rumstehen gesehen.” Innerlich musste ich natürlich grinsen!
“Mein Mann und ich haben früher immer lange gesessen und zu Abend gegessen oder Brotzeit (für Nicht-Bayern: Brotzeit ist kaltes Abendessen mit Brot, Butter, Wurst, Käse etc. ;-) ) gemacht. Da sind wir ganz schön auseinander gegangen.”

Okay, Leute die 50kg wiegen, “gehen schon auseinander”, wenn die Waage morgens 53kg anzeigt, aber dass ist eine andere Geschichte…

“Da haben wir das Brotzeit machen abgeschaft und essen jetzt Joghurt mit ein bisschen eingerührtem Müsli oder sehr gerne gewürfelten Käse pur. Klar gehen wir ab und zu essen. Dann gibt es vorher einen Salat. Letztens hatte ich Schweinefilet mit Pfifferlingrahmsosse und Spätzle. Das war so eine riesige Portion, dass ich nur das Fleisch und die Sosse essen konnte. Die Spätzle musste ich komplett liegen lassen…”

Ehrlich gesagt, mir fehlten die Worte. Da macht jemand low carb und weiss gar nicht, dass er low carb macht. Und das Ergebnis? Tja, das kann sich wirklich sehen lassen.
Verrückte Welt!

Veröffentlicht in ERFAHRUNGSBERICHTE am Juli 20th, 2010. 1 Kommentar.