Liegen im menschlichen Körper nicht mehr genügend Kohlenhydrate zur Deckung des Energiebedarfes auf Vorrat, schaltet er in den Fettverbrennungsmodus um: dies ist eine vereinfachte, aber anschauliche Erklärung für die Stoffwechselvorgänge bei einer Low-Carb-Ernährung.

Viele Low-Carb-Diäten – aber nicht alle – sind auf diesem Prinzip aufgebaut. Sie halten den Zustand der Ketose für die Initialzündung bei der Gewichtsabnahme. Aber auch die Stoffwechselvorgänge beim Fasten funktionieren – wenn auch nicht gezielt – nach diesem Muster.

Bei der Fettfreisetzung durch Verbrennung werden die Fettsäuren aber nicht vollständig verbrannt, sondern nur bis zur sogenannten Ketostufe. Die Ketonkörper sind dann z.B. im Urin nachweisbar.

Hier kommen die Ketosticks ins Spiel: mit frei verkäuflichen Teststäbchen (z.B. in der Apotheke) kann jeder selber überprüfen, ob sich schon Ketonkörper im Urin befinden. Die Teststäbchen verfärben sich lila.

Dieser Zustand wird von vielen Low-Carbern angestrebt, da er meist mit einer erhöhten Fettverbrennung und einem Appetitmangel einhergeht. Auch Heisshungeranfälle sind jetzt nicht mehr zu erwarten.
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Test angezeigt sein kann. Zuerst einmal kann man nicht spüren, ob man sich in Ketose befindet. Der Körper arbeitet ganz normal weiter. Keton-Teststäbchen sind der Nachweis der Umstellung der Körperchemie.
Bei der klassischen Atkinsdiät sind die Ketosticks ein Instrument, dass genutzt wird, um den Übergang in die nächst höhere Diätphase (mit mehr Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung) zu markieren. Will heissen: nach einer Woche wird an Hand der Teststäbchen überprüft, ob sie immer noch die gleiche Verfärbung aufweisen. Ist dies der Fall, können in der kommenden Woche 5g Kohlenhydrate/täglich zugefügt werden. Bleibt die Verfärbung gleich oder ändert sie sich nur minimal, kann man beruhigt weiter essen.
Zeigen die Keton-Stäbchen auf einmal keine Verfärbung mehr, so hat man vermutlich die angestrebte Kohlenhydratzahl überschritten und kann gegensteuern…

Stagniert die Gewichtsabnahme, um die es ja meist in erster Linie geht, kann man mittels der Teststäbchen feststellen, ob man sich weiter in Ketose (=Fettverbrennungsmodus) befindet und es sich – dem zufolge – vielleicht nur um Wassereinlagerungen handelt.

Umgekehrt funktioniert es genauso: wenn man sich nach einer Low-Carb-Variante ernährt, die die Ketose vermeiden möchte, kann man dies mit Hilfe der Keto-Sticks ebenso schnell feststellen.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Testung mittels Urin-Teststäbchen keinen Anspruch auf eine wissenschaftlich exakte Messung begründen – dies würde nur durch eine ärztliche Untersuchung sichergestellt sein. Aber im Alltag sind sie durchaus brauchbar und ein mögliches Messinstrument des Erfolges.

Noch ein Spartip: man benötigt zum Testen kein ganzes Stäbchen. Man kann die Sticks auch mit der Schere in der Mitte halbieren und erhält aus einer Packung somit die doppelte Menge. Die Testfläche bleibt auch halbiert gross genug, um ein brauchbares Ergebnis ablesen zu können.

Das Wort Ketose ist untrennbar mit Low-Carb-Ernährung verbunden (insbesondere mit Dr. Atkins) und geistert als Schreckgespenst oder Totschlagargument durch die Publikationen.

Was ist Ketose und was passiert da eigentlich?

Üblicherweise werden im menschlichen Organismus Kohlenhydrate für die Energiegewinnung bevorzugt. Werden dem Körper durch die Ernährung keine Kohlenhydrate mehr zugeführt und sind die körpereigenen Reserven verbraucht (was im Schnitt 3 Tage lang dauert), schaltet der Körper zur Energiegewinnung auf die Fettvorräte um.
Dieser Zustand ist allerdings keine low-carb-eigene Ausnahmeerscheinung, sondern tritt auch bei totalem Fasten (Null-Diät) auf!!!

Dieser – an sich wünschenswerte – Zustand läutet nun die interne Ernährung durch Fettsäureverbrennung ein. Werden diese Fettsäuren nun nicht mehr vollständig verbrannt, tauchen die sogenannten Ketonkörper auf, die über die Schleimhäute (daher der sich bei einigen Personen einstellende Mundgeruch) und den Urin entsorgt werden. Der Körper befindet sich im Zustand der Ketose.

Normalerweise ist die Ketose nicht spürbar (es wird allerdings manchmal von einem höheren Energielevel berichtet), sondern lässt sich mittels Keton-Test-Streifen feststellen. Rezeptfreie Teststäbchen, die in jeder Apotheke zu beziehen sind, werden mit Urin benetzt. Je nach Menge der Ketonkörper im Urin verfärben diese sich in Richtung tiefes Violett. Dieser Urintest ist allerdings nicht 100% verbindlich, da er verschiedenen Störungen unterworfen sein kann (Tageszeit, Trinkmenge, Einnahme von Vitaminpräparaten etc.)

Die Problematik besteht darin, dass der Zustand der Ketose z.B. bei Diabetikern auf eine gefährliche Stoffwechselentgleisung hinweisen kann. Der Organismus ist dann nicht mehr in der Lage, seine Reserven aus dem Blutzucker zu decken, sondern gerät in einen ketogenen Ausnahmezustand, der in einem diabetischem Koma enden kann.

Bei stoffwechselgesunden Übergewichtigen ist der Zustand der Ketose allerdings ein gutes Zeichen, denn der Körper wäre ja durchaus in der Lage, jederzeit das nötige Insulin zur Energiegewinnung aus Kohlenhydraten herzustellen. Um die Arbeit der Nieren zu erleichtern, aber auch um die leichte Dehydration des Körpers auszugleichen, wird eine Trinkmenge von 3l Flüssigkeit am Tag empfohlen und sollte auch bei Menschen, die sich nicht nach low carb ernähren, eingehalten werden.